Wallfahrtskirche der Hl. Barbara

Wallfahrtskirche der Hl. Barbara
Die Pfarr- und Wallfahrtskirche von Wildalpen ist zu Ehren der hl. Barbara geweiht.
Berühmt ist die von Stammel stammende Pietà, die Abt Matthäus Offner im Jahr 1763 gestiftet hat.
Für Tomaschek gehört sie zu den „bedeutendsten Kirchenbauten des 18. Jahrhunderts im gesamten Enns- und Salzatal“.Der unbekannteArchitekt schuf einen in sich geschlossenen und einheitlichen Bau, der vom Stil her, an den der Wallfahrtskirche Frauenberg bei Admont erinnert. Kirche und Pfarrhof sind zu einem einzigen Block in der Länge von 70 Meter verbunden worden.
Die Kirche, die von Westen durch einen kleinen Vorraum unter dem Glockenturm betreten wird, hat ein einschiffiges Langhaus in der „Form eines doppelten Kreuzes“. Der Kirchenraum ist saalartig und flachgewölbt und reichlich mit Rokokofresken verziert. Der „meisterhafte Freskenschmuck“ mit
fünf Gewölben, die von den Brüdern Lederwasch in den Jahren 1784 und 1785 geschaffen wurde, ist der „Passion Christi gewidmet“. Es wurden sieben Szenen verarbeitet, die Ölbergszene, bei der Christus Blut schwitzt und den Leidenskelch sieht. Es folgen die Geißelung und die Dornenkrönung Christi und danach kommt die Verhöhnung „Ecce homo“. Ebenso wurde dargestellt, wie Jesus unter dem Kreuz fällt, an das Kreuz genagelt wird und am Kreuz stirbt.
Die Komposition des Raumes erlangt im Hochaltar, der der „eigentliche Gnaden- und Wallfahrtsaltar“161 ist, mit dem Gnadenbild von 1669 seinen
Höhepunkt.
Der Kirchenraum wird von 14 Fenstern erhellt und hat auf der linken Seite einen Altar, der der hl. Barbara geweiht ist. Laut Tomaschek gibt es Indizien, dass sich an dieser Stelle der ursprüngliche Gnadenaltar befand.169 Der rechte
Seitenaltar ist dem hl. Benedikt von Nursia gewidmet.
Das Kirchengeläut besteht aus vier Glocken, die 1955 neu angeschafft wurden. Sie sind der hl. Barbara als Kirchenpatronin, der hl. Maria als Fürbitterin um Frieden, dem hl. Klemens, Schutzpatron der Holzarbeiter, und dem hl. Josef „als Fürsprecher um eine gute Sterbestunde“ geweiht.
Einen ersten Höhepunkt als Wallfahrtsort erlebte Wildalpen 1833 anlässlich der 100-Jahr-Feier, die 102 Jahre nach der Einweihung der Pfarrkirche stattfand. Während der Feierlichkeiten vom 22. September bis 9. Oktober 1833 sollen über 10.000 Kommunionempfänger gezählt worden sein. Die beiden Ortsgeistlichen wurden von weiteren 18 Seelsorgern bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützt.173
Ein weiterer Höhepunkt fand 1867 statt. Es wurde ein 100-jähriges Jubiläum in Zusammenhang mit der Talkapelle (Renovierung und Errichtung des Altars des hl. Johannes von Nepomuk 1767) gefeiert. Der Altar wurde anstelle des Gnadenbildes in der Kapelle errichtet. Vielleicht hat es auch ein Gedenken des fast 200 Jahre alten Gnadenbildes von 1669 gegeben. Der damalige Pfarrer, P. Wilhelm Aichinger (1849 – 1876), bemühte sich um den Erhalt eines Ablasses.
Der dritte Höhepunkt in der Geschichte des Wallfahrtsortes war 1981 die 250 Jahr-Feier anlässlich der Kirchweihe.
Von den zahlreichen Pilger- und Wallfahrtszügen der Vergangenheit gibt es nur mehr zwei Wallfahrten, aus Tragöß und Lassing, die sich bis in die Gegenwart gehalten haben. Gläubige beider Pfarren halten die Tradition hoch und suchen auch heute noch regelmäßig (grundsätzlich jedes Jahr)190 den Gnadenort auf.
Die Tragösser kommen am 14./ 15. August und die Lassinger am Rosenkranzsonntag (üblicherweise der erste Sonntag im Oktober). Auszug aus der Masterarbeit von Wolfgang Feuchter, BA (August 2016)




