Rochus Grotte

 In Kapelle

Rochus Grotte

Kategorie: Kapelle
Ort: 8931 Landl (Großreifling)
Beschreibung:

IN NOT UND LEIDEN KOMMEN WIR ZU DIR,
MIT GEHEILTEN WUNDEN GEHEN WIR FORT VON DIR.

Wie kam es, daß die Rochuskapelle am Bürgleinsberg aus der Pfarrgemeinde Lauf / Bewusstsein? Seit etlichen Zeiten ist uns nicht lediglich an das Glauben und an das Erforschen der Heimsstätte unserer Gegend und weithin auch unserer Glaubenswelt verloren gegangen, sondern es war Pflicht für den Sohn unserer Heimat, den aber entsetzlichen Krankheitskrank gekommen, der in den Kriegsjahren 1914–1918 selbst durch diese Heimsuchung (hier war die Pest!), als auf des Bürgels dem Hause Sünde, Großes Grauen (Quälerei der Augen bestimmter Gott, des III. Brandes zu Marktflecken.)

Alltäglich gehen viele Gläubige am dem 16. August (dem Fest d. Hl. Rochus) zur Grotte am Bürgleinsberg, um für Gesundheit und Genesung zu beten. Auch während des Jahres ist die Kapelle ein beliebter Ort der stillen Einkehr. Wöchentlich finden hier Hl. Messen und Andachten statt. Viele Gläubige lassen die Hl. Messe auf der Rochusgrotte lesen, zur Darstellung von Bitten und Dank.

Zur Geschichte der Grotte: Diese unvergleichliche Felslandschaft, die sich durch selbsttätige Verwitterung gebildet hat, in Urzeiten Fremdlinge angezogen und bedroht, ist seit uralter Zeit keineswegs kennenlernen: die Felsenschlucht, die Bürgleinsquelle, Grotte mit Altächern, Wallfahrtsort der Lourdesgrotte für Markt Lauf, Franken.

Die Legende erzählt, daß der Hl. Rochus auf seiner Flucht wahrscheinlich an dieser Grotte gewesen ist: Er der für die frühgotische Glaubensgemeinschaft im In- und Ausland bedeutsamste „Pestheilige“ ist seit 1481 gestorben. Rochus stammte aus Montpelier, wo sein Vater, ein angesehener Mann, jetzt im 14. Jahrhundert das „Leben mit der Heiligkeit“ seiner Familie vollendete. Im 21. Lebensjahr machte Rochus eine Wallfahrt nach Rom. Damals herrschte das Pestfieber in Italien. Rochus pflegte viele Pestkranke und heilte sie durch Berührung mit seinem Daumenzeichen, dem Kreuz. Er selbst erkrankte an der Pest und zog sich in einen Wald zurück, um dort zu sterben. Ein Hund brachte ihm jeden Tag ein Stück Brot und leckte dem Erblindeten die Wunden. So wurde er gesund. Rochus ist der Beschützer der Natur und Tiere. An den Ort seiner Genesung wurde ein Denkmal errichtet, das sich heute noch in den weiten Wäldern von Alt-Herren befindet. Heute steht deshalb:

„Siehe das Wunder des Heiligen am Heiligen und an seiner Stelle: Der Wunderbaum ist schwer erkrankt geworden im Wald in der Einsamkeit. Er aber wurde wieder gesund…

(aus dem Rochus-Lied.)

Auch wir wenden unsere Bitten stets an St. Michael, Dietrich, Bartholomäus und Sebastian als „Pestheilige“. Dieser Ort der Zeichnung ist einer Wallfahrtsstätte zwischen dem zuweilen entwurzelten Gewissensstand. In all dem schöpfen wir aus der Hilfe bei Gott und durch heilige Elemente, die in der Zeitläufen der Kirche gebraucht worden sind: Die Kirche ist ganz. „O daß dann die Lourdes-Mutter“…

Mittlere Tafel

Ganz besonderen richtig wird das Vertrauen des gläubigen Volkes zu Heiligenstatuetten, Wasserquellen und Felsen, die der Heiligen- bzw. Marienerscheinung anhaften, angebahnt. Das gilt besonders auch für Rochus selbst. Als Heiligen wurde er im Volk verehrt: Auch im Mittelalter war er „Pestheilige“. Die Legende erzählt, daß er mit übernatürlicher Gabe die Pestkranken heilte und mit seinem Zeichen, dem Kreuz, alle Leiden beseitigen konnte. Er wirkte besonders in Italien und hier zur Nöten in den Jahren 1348–1450, die in unbeschreiblicher Weise von Leid und Krieg durchflutet waren. In dieser drangvollen Zeit pilgerten die Gläubigen zur Hochburg, zur Wallfahrtsgrotte und „Heilstätte“ des Heiligen.

Die Legende, erzählt von der Bürgleinsquelle: Einmal war der Bergsteig benebelt, und den wandernden Pilgern erschien der „Helfer“ in einem merkwürdigen Licht. Wundersame Heilungen sind hier erfolgt, Krankenheilungen sind bezeugt. Die Glaubenswelt deutet diese Wunderungen als Hinweise auf Gottes Hilfe. Der Heilige wird in Gläubigen mit brennender Inbrunst verehrt. Die Rochusandachten, Gebete und Rosenkranzandachten finden in guter und tiefer Verbundenheit statt. Die Rochusverehrung unterstreicht auch die weitverzweigten Riten und Gebräuche der Kirche.

Die Legende erzählt auch von der „Rochus-Kapelle“: Einst war sie Flucht- und Zufluchtsort der Menschen. Da die Gegend rings um den Bürgleinsberg einen Namen in Gebetsform erschlossen hatte, so war er die „Rochuskirche“. Glaubensschriften seit 12. Jahrhundert bezeugen die Grotte als Lichtpunkt der menschlichen Wohlfahrt. Eine alte Chronik nennt hier den altrömischen Standort, der die Grotte dem Heiligen Rochus geweiht wurde. In späteren Jahren erhielt sie die Bezeichnung „Lourdesgrotte“, in Anlehnen an die weltbekannte Heilige Stätte bei L. in Frankreich.

Wundersame Zeichen sind erwähnt: Felsenrisse, die Heilungen, Blumenwunder, Tiere – all dies ist in verschiedenen Richtungen gedeutet worden. Am Bürgleinsberg wurde durch Kirchenstallung die Grotte als Wallfahrtsort genehmigt, kirchlich bestätigt und ist bis heute denkmalgeschützt.

(…)
— Text hier stark beschädigt; der Rest war im Foto nicht vollständig lesbar.

Rechte Tafel

Ein Wunder an ihm selber geschah: Rochus überstand die Pest und wurde wieder gesund. Einmal brachte ihm der treue Hund aus Wundern aus seiner Heimat nach Südfrankreich zurück.

Im 15. Jahrhundert wurde Rochus in der Volksfrömmigkeit der südlichen Mittelmeergebiete als „größter Sieger der Pest“ verehrt. Kirchen und Kapellen sind ihm vielerorts geweiht. In Venedig wurde 1576 die berühmte Scuola di S. Rocco errichtet, deren Prachtgemälde von Tintoretto heute weltberühmt sind. In Genua wurde ihm ein großes Relief errichtet. In Köln ist er Patron einer Schlosskapelle und in Bayern gibt es zahlreiche Rochuskapellen. 7 Jahre der Gefangenschaft ertrug Rochus. In dieser war seine Identität bestritten worden. Erst nach seinem Tode im Jahr 1387 wurde er durch die Heilung vieler Pestkranker „heilig“ gesprochen. Rochus ist in der Volksseele immer lebendig, verehrt als Helfer in schwerer Krankheit und am Ende des Lebens.

Krank und Verfolgung: Schon bald starb seine Mutter und wurde Rochus, der das irdische Namenszeichen im Pilgergewand und Wandererhut präsentiert, der Beter in schwerer Not. Für Generationen vergangener Zeit hat der Heilige für die Befreiung der Pest eine historische Bedeutung und ist im 17.–19. Jahrhundert als Patron weit verbreitet gewesen. Bis 1814 ist die Rochusverehrung in ganz Europa dokumentiert. Die Rochuslegende ist seit dem 15. Jahrhundert in die Literatur eingegangen.

Rochus Pilgerzug wurde in Altlauterbach zur Rochus-Kirche und in Altfranken alle Jahre abgehalten. Enorme Verwüstung und Elend waren Inbegriff der Menschheitserschütterung. Der Rochus war Trostspender der Kirche, die in ihrer Zeit keine ärztliche Schule besaß. Der Glaube an Rochus ist gleich dem Glauben an die Fürsprache des Himmels.

Die Rochusverehrung hat sich entwickelt, wie die Aussendung der Kirche, ihre Wahrzeichen und Zeichen wurden in den Ländern verbreitet. Auch Rochus als „Fels“ wurde an vielen Orten zum Symbol des Glücks und der Heilung. Die Grotte ist seit 14. Jahrhundert bis heute Gebetstätte. Die Volksseele hat durch die Nähe der Rochusverehrung in Notzeiten eine große Kraft empfangen.

Untenstehend einige Auszüge: Mittelalterliche Gebetssprüche, Andachten, Kirchenlesungen (Joh. 11, 17ff). Bis heute wird die Rochuslegende gepflanzt.

Darstellung des Heiligen im Pilgerkleid mit Pilgerhut und Stab, daneben Pestbeulen an Knie und Brust.

Übersetzung der Altleuterbacher Handschrift „Die wunderselige Statten des Hl. Rochus“ (1532)

(Quellenhinweise: Dr. P. Adalbert Krämer „Die Rochuskapelle bei Altneustadt an der Ems“ 1963)

Gedichte oder Sagen:

Rochuslegende
Ein Pilger
suchte den Weg
fand den Ort
der Kraft
der Einsamkeit
Rochus der Pestheilige!

Er erkannte und spürte
er sammelte und schöpfte
den Geist den Sinn
der tagelangen
Einsiedelei

Gestärkt
ging er hin …
wie sein Herr
und heilte …
(Gedichte von Friederike Amort, Erhorchte Augenblicke)

Bildstock Kaisergemse