Nikolokreuz (Mühner)

 In Wegkreuz / Flurkreuz

Nikolokreuz (Mühner)

Kategorie: Wegkreuz / Flurkreuz
Ort: 8921 Landl (Mooslandl)
Beschreibung:

Die Michlberger Bäuerndirn soll beim Krampus nicht gebetet haben, da hat sie der Krampus mitgenommen und so arg zugerichtet, dass sie an den Folgen der Verletzungen starb. (vorheriges Jahrhundert)

Ausführliche Geschichte:
Die Bezeichnung „Mühner, Müllner“ leitet sich vom urspünglichen Besitzer ab, jetzt steht das Kreuz vom Grund von Fam. Hinterreiter bei der Bergerleiten.
Eine Dirn vom Michlberger (Großmann, vulgo Fischer – Michlberger) wurde von den Krampussen arg drangsaliert und in den Brunntrog eingetaucht, war komplett nass und aus dem Haus geschleppt, mitgenommen hinunter wo heute das Kreuz steht, wo sie erfror/ oder an einer nachfolgenden Lungenentzündung/ oder an der „Froas“ (Fraisen – Epilepsie) starb. Hermi Großmann erzählt, dass Markus Fischer (geboren 1925 und schon verstorben) immer erzählte, er weiß es schon von seinen Großeltern, es muss daher im 19. Jhdt. gewesen sein. Meine verst.Großmutter Maria Grossmann, geb. 1909 wusste es auch aus Erzählungen. So wie das Marterl jetzt ausschaut mit dem großen Herrgott drinnen, war es nicht immer. Der Herrgott stammt aus dem Vorhaus Michlberger. Pater Martin hat das Kreuz eingeweiht, vorher wurde es mutwillig stark beschädigt durch Steinwürfe zwischen 1965 und 1970. Die Missetäter wurden ausgeforscht und mussten mithelfen, das Kreuz wieder herzurichten. Es war geschmückt mit einem Bild – aber leider keine genauen Angaben, eine Blumenvase zum Einfrischen für Blumen, später dann ein Blumenkistl und eine Laterne für Lichterl.
Dazu berichtet Willi Stangl, dass er sich an die Einweihung erinnern kann und mit ein paar anderen Buben dabei war hinter den Bäumen, Stauden – dass ihm sein Hut hinunterrollte.
Nochmals restauriert nach Winterschäden wurde es von den Hausleuten Michlberger unter Mithilfe von Ernst Salcher 2009.
Heute kümmert sich Johannes Hinterreiter um die Pflege, schon seine Eltern Maria und Johann Hinterreiter haben sich vorher um die Pflege gekümmert. So wurde zu Ostern mit geweihten Palmkatzerl und zu Weihnachten mit Wintergrün geschmückt. Das „Rachengehen“, Räuchern in den Rauhnächten wird heute noch gemacht, die drei Kreuze werden in der letzten Rauhnacht am 5.Jänner mit Kreide angeschrieben.
Maria Hinterreiter ging jeden Samstag vormittag zum Kreuz, um ein Licht anzuzünden.
Sein Vater hat immer ein Licht angezündet, vor seinem Selbstmord aber nur hineingestellt und nicht mehr angezündet. Auch Liesl Fischer, Schwägerin des verstorbenen Markus Fischer, zündet noch gerne ein Licht an, wie Christa Gottsbacher berichtet.
Das Marterl liegt genau an der Abzweigung Bergerleitn´ und Wiendlerweg am ehemaligen Fußweg der Volksschüler von der Wieden und war ein beliebter Punkt zum Verweilen, „loana“ – weil die Schulkinder von der „enteren“ Wieden (Thaller, Wastl, Köppl) über den Wiendlerweg und von der „herenteren“ Wieden(Gruber, Salcher, Michlberger, Fischer, Fölser, Grabenbauer) über die Bergerleitn heimgingen. Begehung und Auskünfte am 2.2.2012, Veronika Frank