Lourdeskapelle

Lourdeskapelle
In der Nähe der Pfarrkirche, am Beginn der Stiege über den Kesselberg in die Au, steht die Lourdeskapelle.
Das eiserne Gitter des schmiedeeisernen Marienheiligtums weist die Jahreszahl 1892 aus.
Die Kapelle ist die letzte Station der traditionellen Flurprozession. Alljährlich wird auch eine Maiandacht gefeiert.
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„Über mehrseitig ausgesprochenen Wunsch werden gegen Ende des Jahres 1891 Voranstalten getroffen, auf dass anstatt des fast gänzlich verfallenen „St. Antoni-Kreuzes“ im Wege freiwilliger Beiträge eine neue schöne Kapelle gebaut werde mit der Hauptstatue „Unbefleckt Empfangene Maria Lourdes“ und den Statuen „S. Antonii und Leonhardi“. Als Bauareal hiefür wird mit Zustimmung des Curaten auserwählt jene Stelle am Eck der Pfarrhofgarten-Mauereinzäunung, wo für die neue Kapelle 3 schöne alte Wildkastanienbäume […] eine zierliche Umgebung erhalten sollte. Das alte Antoni-Kreuz […] stand etwas weiter unten an der Straße gegen die Enns zu. Das Eigentums-Recht auf Kapelle und Baugrund wurde dem Pfründeninhaber in mündlicher Besprechung mit Bürgermeister J. Christian vor mehreren Zeugen gewahrt. […] Am 24. Juli 1892 wurde die, wie die Bogeninschrift besagt, über Anregung des Dr. P. Ignaz Bierbaum, Pfarrvikar in Altenmarkt, erbaute Kapelle zu Ehren Unserer Lieben Frau Maria Lourdes und zu Ehren der Heil. Antonii von Padua und Leonhardi nach vorausgehender feierlicher Prozession ab Kirche über den Marktplatz unter Vorantritt weiß gekleideter Mädchen, deren einige die drei Holzstatuen trugen und die auch auf ihre Stellen in der Kapelle erhoben, und in Theilnahme einer ungewöhnlich großen Volksmenge aus Nah und Fern von Dr. Ignaz Bierbaum per delegat. seitens des Dechants eingeweiht unter Assistenz 2er Hochw. Herren Priester, nämlich P. Ulrich Master v. St. Gallen und Johann Hagleitner, Cooperator in Weyer.
Vor der Festpredigt über Ursprung der Verehrung der Hl. Jungfrau sub titulo „Maria Lourdes“, gehalten vom Curator Dr. Ignaz Bierbaum, trug ihm unter Überreichung eines Blumen-Bouquets das Kaufmanns-Töchterlein Anna Kratochwil weiß gekleidet ein kurzes, aber schönes Festgedichtlein vor.
Die Grotte der Lourdes-Kapelle ist nach dem Muster jener in Enns, Oberöst., gebaut vom Maurermeister Klein in St. Gallen. Die Kapelle ist geschlossen durch ein Eisengitter, zu welchem einige Zeit später eine schön gearbeitete Holzthür (2flügelig) mit Fenstern hinzukam. Die 3 Statuen rühren von der Firma Schmalzl in Gröden (Tyrol). Mit den Bau- und Einrichtungskosten ca. 600-650 fl. war bald aufzukommen im Wege freiwilliger Spenden. Die bedeutendsten Beiträge hiezu leisteten Lausacher (=Laussinger) Bauern wie Caspar Rodlauer v/o Menauer (ca. 100 fl.), Cajetan Schnabl v/o Sonndorfer, Caspar Schoiswohl v/o Schüttbauer, Cajetan Schoiswohl v/o Waldbauer (je 10-20 fl.). Sehr eifrig um den Bau und um das Zustandekommen der Kapelle war Herr Hermann Ebner, Holzeinkäufer in Lausach (=Laussa). Von den Marktbewohnern hat Frau Anna Palmstorfer, ehem. hiesige Bäckermeisterin den höchsten Betrag von 10-20 fl. geleistet. Dazu flossen gleich von Betrage sehr viele Spenden in den Opferkasten in der Kapelle.
Zur Verwaltung des Baufonds und Erhaltung der Kapelle bildete sich über Vorschlag des Curaten ein eigenes Comitee, an dessen Spitze der jeweilige Curat ipso facto steht mit dem Rechte über die Kapelle, falls damit Missbrauch geschehen sollte, frei zu verfügen, als Obmannstellvertreter soll der jeweilige r.kath. Bürgermeister von Altenmarkt fungieren, dazu werden 5 andere Mitglieder, darunter auch der Cassier und Schriftführer, von sämtlichen Interessenten gewählt und im event. Abgange eines oder des anderen findet zur Ergänzung die Adoption statt.
Die Opfer zur Kapelle, deren Verwendung zum Theil über die Öffnung zum Opferkästchen angegeben ist, werden nach Beschluß des genannten Comitees in 75 % auf Besuch heil. Messen, und in 25 % hinterlegt beim Cassier behufs Aufrechterhaltung der Kapelle und Einrichtung.“
Laut Überlieferungen erschien die Gottesmutter Maria dem Mädchen Bernadette Soubirous in Lourdes achtzehnmal.
Neben der Kapelle stehen Wildkastanienbäume.




