Dreifaltigkeitskapelle (Sonntagsberg Kapelle)
Dreifaltigkeitskapelle (Sonntagsberg Kapelle)
Auf einer steilen Berglehne steht über dem Ort Weißenbach unterhalb des Spitzenbergergutes eine kleine Kapelle, die sogenannte Sonntagsbergkapelle.
Das Altarbild – die Hl. Dreifaltigkeit – ist nach dem Muttergottesbild des Gnadenbildes vom Wallfahrtsort Sonntagsberg in Niederösterreich dargestellt.
Über die Entstehung der Kapelle gibt ein Bild mit Inschrift folgende Auskunft:
Vor ungefähr 200 Jahren sei dieses Gnadenbild von einem Hirtenknaben auf einem Fichtenbaum hängend gefunden und hoch verehrt worden.
Bei einem großen Sturm wurden alle Bäume dieser Berglehne ringsherum beschädigt, mit Ausnahme dessen, auf dem das Bild hing. Als man den Wald vom Windwurf reinigen ließ und auch den merkwürdigen Baum ausputzte, nahm man das Bild, um es nicht zu beschädigen, herab in ein Haus, aber am anderen Tage hing es wieder am Baume.
Zum zweiten Mal herabgenommen und in einen Kasten eingesperrt, verschwand das Bild wieder und wurde am Baume abermals gefunden.
Anno 1706 ließ ein Müller vom Ort Weißenbach an dieser Stelle eine kleine, 20 Personen fassende, hölzerne Kapelle erbauen, welche 1771 neu hergestellt wurde.
Es sollen manche wunderbare Heilungen an Lahmen und von anderen Krankheiten vorgekommen sein.
Als im Jahre 1817 die Gemeinde Weißenbach und Umgebung bei einem ungewöhnlich hohen Schneefall Ende Mai ihre Zuflucht zu diesem Gnadenbild nahm und Abwendung der drohenden Wassergefahr erbat, entschloss man sich, die einsturzgefährdete Kapelle neu aufzubauen, so wie sie dasteht. Alle Arbeiter, Handwerker und Bauern haben in ihrer Freizeit werktätig Hand angelegt.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Kapelle renoviert. Vom Prokuristen Herrn Pancherie wurde eine Namenstafel der im Ersten Weltkrieg gefallenen Weißenbacher angefertigt und alle Bilder wurden vom Tischlermeister Prokoach Alois neu eingerahmt.
Im Jahre 1950 wurde die Kapelle, weil sie dem Einsturz nahe war, abermals vom Grund auf neu erbaut. Die gesamte Bevölkerung von Weißenbach hat dies teils durch Arbeit, Zugdienste oder Geldspenden ermöglicht.
Herr Bonavent Mayer, vulgo Spitzenberger, welcher die Kapelle von jeher betreute, hat im Jahre 1958 die Kapelle auf seine Kosten mit Blech eingedeckt.
(Informationen von Manfred Fößleitner)



